Chronik

   

VEREINS-CHRONIK

 

Aus mündlicher Überlieferung ist bekannt, dass es in den Jahren um 1890 bereits eine kleine Musikergruppe gab, die mit Streich- und Blasinstrumenten spielte. Es wurden einfache Tänze und Unterhaltungsmusik in kleinerem Rahmen dargeboten. Ob kirchliche Feste, die zu dieser Zeit im kleinen Ort Pennewang große Bedeutung hatten, auch musikalisch gestaltet wurden, geht nicht aus der Kirchenchronik hervor. Wohl wird aber von einem bestehenden Kirchenchor berichtet. Initiator der Musikergruppe war auf jeden Fall die Familie Waldenberger. Vom letzten Zeugen dieser Zeit, Ignaz Waldenberger, der 1974 starb, stammen diese Anhaltspunkte.  

Musikverein Pennewang im Jahr 1881

Musikverein Pennewang um 1890

Der erste Weltkrieg unterbrach die musikalische Aktivität, aber im Jahre 1921 wurde offiziell der Musikverein Pennewang gegründet. Kapellmeister war Mathäus Waldenberger. Die Kirchenchronik weiß von einigen Ereignissen zwischen den beiden Weltkriegen zu berichten:

1925: Schlittenfahrt nach Gunskirchen (25 Gespanne) mit Beteiligung der Musikkapelle und darauf folgender Gegenbesuch der Gunskirchner.
1928: Glockenweihe mit der Musikkapelle.
1930: Fahnenweihe des kath. Burschenvereines "Edelweiß".
1934: Huldigung an Bundeskanzler Dr. Dollfuß, viele Pennewanger begleiteten die Musikkapelle in Linz.
1935: Pfarrhofeinweihung unter Mitwirkung der Musik.
1937: Erntedankfest mit feierlichem Nachmittagssegen und anschließendem "Erntespiel" mit musikalischer Gestaltung.
Der Anschluss an das Deutsche Reich 1938 und der darauf folgende Zweite Weltkrieg unterbrach die musikalische Tätigkeit in der Pfarre. Nach dem bitteren Ende des Krieges begann der musikalische Wiederaufbau. Am 9. März 1947 wurde der Musikverein mit einer neuerlichen Gründungsversammlung aktiv. Kapellmeister war wiederum Mathäus Waldenberger, Obmann wurde Franz Schedlberger. Der damals festgelegte Mitgliedsbeitrag betrug S 5,-- jährlich. Im Dezember 1951 starb Kapellmeister Mathäus Waldenberger, der dieses Amt 30 Jahre lang ausgeübt hatte. Seine Nachfolge trat Heinrich Deisenhammer, Gastwirt in Pennewang, an.  

Musikverein Pennewang um ca. 1954

Die folgenden Jahre waren durch große finanzielle Probleme gekennzeichnet. Es wurden 1954 ein Großteil der Instrumente ausgewechselt und 1959 galt es, die Musikkapelle neu einzukleiden. Neue Uniformen ersetzten die alten. Sie bestanden aus schwarzen Hosen, grauen Jacken und Tellerkappen. Von 1951-58 hatte Franz Rathner die Obmannstelle inne, 1958-1967 Johann Kurz. Um den Musikernachwuchs kümmerte sich Bez.-Kapellmeister Rudolf Fiedler, der 1961 10 Musikschüler aus unserer Gemeinde unterrichtete. Die damalige Stärke der Kapelle betrug 22-26 Mann. Neben den kirchlichen Ausrückungen gab es jährlich ein Konzert im Rahmen der Jahreshauptversammlung, sowie im Sommer eventuell ein Gartenkonzert. Josef Brunmair, der neu nach Pennewang gekommen war, bildete in der Folge Jungmusikanten aus und erwarb sich dadurch große Verdienste.

Das Jahr 1969 brachte der Musikkapelle einen Kapellmeisterwechsel. Heinrich Deisenhammer, der 17 Jahre im Amt war, legte dieses zurück und übergab den Dirigentenstab an Josef Kürner, Friseurmeister aus Wels. Am 25. Oktober 1970 übernahm Franz Rathner, Pensionist in Pennewang, neuerlich die Obmannstelle im Verein. Das 50-jähr. Bestandsjubiläum 1971 wurde im Rahmen einer großen Veranstaltung, die über 2 Tage geplant war, gefeiert. Am Samstag, dem 10.07. Jubiläumskonzert, Sonntag, 11.07. Weckruf, Feldmesse, Kriegerehrung und Konzert der Gastkapelle Edelweiß Sattledt. Dem neuen Trend folgend, wollte man die Musikkapelle mit einer Tracht statt der derzeitigen Uniform einkleiden. Es war ein großer Verdienst des Obmannes Franz Rathner, dass die finanziellen Mittel dazu aufgebracht werden konnten. Die Gemeinde Pennewang unter Bürgermeister Fuchshuber stellte sich mit einem außerordentlichen Zuschuss ein und die Raika war mit einem zinsenlosen Kredit zur Stelle. Dem gesamten Vereinsausschuss kostete diese Neueinkleidung eine Menge Arbeit. Doch am 17. Dezember 1972 im Rahmen der Weihnachtsfeier, konnte sich die Musik in ihrer neuen Tracht der Bevölkerung vorstellen. Sie bestand und besteht heute noch aus einem schwarzen Hut, dunkelrotem, besticktem Leibchen, meergrünen Jacken und Mascherl sowie schwarzen, bestickten Pumphosen, weißen Stutzen und schwarzen Trachtenschuhen.  

Musikverein Pennewang 1971

Das einzige noch aktive Gründungsmitglied, Ignaz Waldenberger, beendete 1972 seine 64jährige aktive Laufbahn bei der Musik und der verdiente Kapellmeister Heinrich Deisenhammer wurde 1974 zum Ehrenkapellmeister ernannt.

Seit Bestehen des Vereins wurde im Saal des Gashauses Deisenhammer geprobt, doch im Jahr 1975 bot sich die Gelegenheit, ein eigenes Probenlokal zu bekommen. Der Vereinsausschuss unter Obmann Rathner konnte sich mit den Gemeindevätern arrangieren, und so wurde im Obergeschoß des Gerätehauses der Gemeinde ein Musikerheim adaptiert. Die Arbeiten beim Bau leisteten größtenteils die Musikkameraden, während die Gemeinde das Baumaterial beistellte.

Johann Waldenberger, Musiker aus den eigenen Reihen, trat 1976 die Nachfolge von Kapellmeister Josef Kürner an. Das musikalische Rüstzeug holte sich der Elektromeister bei der Militärmusik und anschließend an den diversen Kapellmeisterschulungen. So hatte die Musik wieder einen "Waldenberger" an ihrer Spitze.

Mit der Einweihung des Musikerheimes am 8. Juli 1978, an der auch Landeshauptmann Ratzenböck teilnahm, hatte der Musikverein nun ein eigenes Probenlokal, das auch dem inzwischen auf 45 Mann angewachsenen Klangkörper größenmäßig durchaus gerecht war. In dieser Zeit traten erstmals weibliche Musiker der Kapelle bei, sodass auch das sogenannte schwache Geschlecht vertreten war.

Die musikalischen Leistungen stiegen mit den besseren Ausbildungsmöglichkeiten in den Musikschulen und dem Bemühen des jungen, tatendurstigen Kapellmeisters stetig an. Bei Wertungsspielen wurde bislang in der Mittelstufe gespielt. Jetzt trat man aber mit ausgezeichnetem Erfolg in der Oberstufe zur Wertung an.

Das Jahr 1979 brachte einen neuen Vereinsausschuss, dem der Obmann Johann Schlüsselbauer vorstand. Der alte Obmann Franz Rathner konnte auf eine erfolgreiche Tätigkeit während seiner Amtsperiode zurückblicken.

Die Vereinskonzerte werden seit 1980 in der Halle des damaligen Obmannes und jetzigen Gemeindehalle veranstaltet. Kurkonzerte gehören in den letzten Jahren auch zu den ständigen Ausrückungen.

Der Musikverein kann derzeit als Verein mit entsprechendem Niveau betrachtet werden. Die musikalischen Darbietungen bringen dem Verein das Wohlwollen der Gemeindebevölkerung und dieses honoriert dies bei der alljährlichen Haussammlung. Nur so kann der Verein ordentlich funktionieren und finanziell auch bestehen.

Das Ziel der Vereinsführung ist die Erhaltung des derzeitigen Musikerstandes durch stetige Heranziehung junger Kräfte und den Ausbau der musikalischen Stärke durch fleißigen Probenbesuch.

Funktionäre seit Bestehen des Vereins:

Obmänner:
 
1921-1947: Mathäus Waldenberger
1947-1951: Franz Schedlberger
1951-1958: Franz Rathner
1958-1967: Johann Kurz
1967-1970: Friedrich Waldenberger
1970-1979: Franz Rathner
1979-1994: Johann Schlüsselbauer
1994-2012: Rudolf Hiptmair
2012-2017: Richard Obermayr
seit 2017: Wolfgang Leitner
 
Kapellmeister:
 
1921-1951: Mathäus Waldenberger
1951-1969: Heinrich Deisenhammer
1969-1976: Josef Kürner
1976-1994: Johann Waldenberger
1994-2014:  Karl-Heinz Bachler
seit 2014: Lisa Bachler & Martin Hofstätter

 

Hier noch ein kleiner Auszug aus der Chronik der Familie Waldenberger:

Danke für die Möglichkeit zur Veröffentlichung!

Wir bedanken uns sehr herzlich bei Hans Waldenberger für die dokumentierte Reise in unsere Vergangenheit, die des Musikvereins Pennewang!